Sächsische Zeitung vom 17.05.2024
Auszug aus der Eröffnungsrede zur Vernissage im Universitätsklinikum Dresden
von Johanna Schade
‚Abstrakte Kunst? Das kann doch jeder!‘ – eine Aussage, die vielen Künstlern und Kunstliebhabern etwas weh tut. Wir sind hier im Uniklinikum Dresden – ich hoffe, dass Sie noch nie gehört haben: ‚Appendektomie? Das kann doch jeder!‘ Denn genauso wenig wie diese Aussage stimmt, ist auch die erste aus meiner Sicht komplett falsch.
Nicht jeder kann das, was Hans-Oskar Metz kann. Wer sich mit seiner Kunst beschäftigt, merkt schnell: Hier geht es nicht um Zufall oder wahlloses Farbverteilen – hier steckt Technik, Intuition und eine ganz eigene Handschrift dahinter – eben ein echtes, gelerntes Handwerk. Was viele überrascht: der 33-jährige Künstler malt erst seit wenigen Jahren – und trotzdem hat er es in dieser kurzen Zeit geschafft, eine eigene künstlerische Sprache zu entwickeln. Denn anstatt bloßer Versuche oder Hobbyskizzen sahen wir von Anfang an etwas Besonderes: Bilder voller Tiefe, Energie und Ausdruck.
Seine Werke fanden sofort viele begeisterte Fans, es folgten erste regionale Ausstellungen, Käufer, Medienberichte und mittlerweile erreicht er mit seiner Kunst fast 13.000 Menschen auf Instagram.
Ab heute ist nun auch eine Auswahl seiner Werke bis August hier im Universitätsklinikum Carl Gustav Carus zu sehen – eine großartige Chance, seine Kunst noch mehr Menschen zugänglich zu machen.
Hans-Oskar Metz ist nicht nur Maler, sondern auch Polizist und Musiker – eine ungewöhnliche Kombination, die zeigt, wie vielseitig seine Kreativität ist. Im Dienst achtet er darauf, dass alles nach Vorschrift läuft, aber auf seiner Leinwand gibt es keine Regeln, nur künstlerische Freiheit. In seinem Moritzburger Atelier fließen dann Farben, es entstehen Strukturen und neue Dimensionen formen sich. Seine Bilder erzählen keine festen Geschichten, sie geben uns Raum, selbst auf Entdeckungsreise zu gehen.
Inspiriert von Künstlern wie Gerhard Richter, Josh Jensen oder Lucas Thorik lädt Hans-Oskar Metz uns ein, eine eigene Sichtweise zu finden. Angefertigt mit einer Vielzahl von Techniken und Materialien – von Acrylfarbe bis Strukturpaste, von Malspachtel bis Fensterabzieher – sprechen seine abstrakten Kompositionen eine universelle Sprache, die jeder von uns auf seine Weise verstehen kann. In jedem Werk steckt somit auch immer eine Einladung, Neues zu entdecken und sich darauf einzulassen. Und dass, wie Sie sehen, in ganz unterschiedlichen Formaten Größen.
Weil ich mit einem nicht besonders kunstvollen Zitat eingestiegen bin, schließe ich mit einem von Gerhard Richter:
„Ich weiß nicht, was ich tue, während ich es tue – erst später weiß ich es.“
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen viel Freude dabei zu entdecken, was Hans-Oskar Metz seit 2020 alles getan hat.
SZ Artikel vom 03.11.2025